Der Hypnovita-Blog

Hypnose, NLP, Coaching, Therapie und mehr.
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Archiv fü Juli 2010


Viele KollegInnen bezeichnen sich gerne als “HypnotherapeutIn

Ich bitte diese im Voraus um Verzeihung

Hypnotiseure hypnotisieren.
Hypnotiseure wachen am Morgen (oder wann auch immer) auf und SIND
HYPNOTISEURE.

Hypnotiseure beenden den Tag als HYPNOTISEURE

Ein Freund erzählte mir vor einiger Zeit: Ich fuhr neulich zusammen mit einem Kollegen in der Bahn. Neben mir saß eine junge Frau. Wir kamen ins Gespräch. Sie fragte mich: Was machst Du beruflich?
Ich: Ich bin Hypnotiseur.
Sie: Interessant, geht so etwas wirklich?
Ich: Wo steigst Du aus? Aha, dann haben wir noch etwa zehn Minuten. Ich kann Dir gerne mal Hypnose zeigen…..
Sie: Au ja!

Ich habe mit ihr eine Schnellinduktion gemacht, kurz vertieft und mich von der Hypnose überzeugt, habe sie in der Imagination zu ihrem Lieblingsplatz geschickt, nach einigen Augenblicken suggeriert, dass sie von dort ein langanhaltendes, gutes Gefühl mitnehmen möge, habe die Rücknahme angekündigt, habe die Hypnose sehr gründlich zurück genommen, und dann haben wir uns noch ein paar Minuten lang nett und freundlich unterhalten. Sie hat sich sehr, sehr gut gefühlt und war richtig froh, diese Hypnose mitgemacht zu haben. Sie hat mir, als der Zug weiterfuhr, vom Bahnsteig aus fröhlich zugewunken.

Und dann:
hat mich mein Kollege furchtbar zusammengestaucht.
“DU HATTEST KEINEN BEHANDLUNGSAUFTRAG!”
war das harmloseste, was er mir vorwarf.

Frage: was also ist der Unterschied zwischen Hypnotiseur/IN und Hypnotherapeut/IN?
Antwort: während Hypnotiseur/IN eine Sitzung zur allseitigen Zufriedenheit bereits abgeschlossen hat, überlegt sich Hypnotherapeut/IN noch immer mögliche Kontraindikationen und -in diesem Falle- die eigene Legitimation.

Weitere Frage: Wie viele Hypnotherapeuten sind nötig, um eine Glühbirne auszuwechseln?
Antwort: dreizehn! Einer wechselt die Glühbirne aus, wobei er versucht, für jede einzelne Bewegung die Legitimation durch die anderen zu erhalten. Die zwölf anderen aber streiten sich in der Zwischenzeit darüber, was Erickson, Elman, und wer auch immer momentan als Hypno-Idol gilt,
in der gleichen Situation NICHT getan haben würde…………….

Und nun zum Thema WORTBRUCH:
Bezüglich meiner Ankündigung, mein Post habe mit dem “Freund-Vernichter” zu tun: Ich habe mich entschlossen, den “Freund-Vernichter” aus moralischen Gründen nicht zu publizieren. Ich werde stattdessen im nächsten Post meine Variation, den “Feind-Versöhner” vorstellen.

Hypnotiseure beginnen den Tag als Hypnotiseure.
Hypnotiseure beenden den Tag als Hypnotiseure.

Was wir vom Fußball lernen können

Ich bin wahrlich kein großer Fußballfan. Aber der Magie einer Weltmeisterschaft kann selbst ich mich nicht entziehen. Das Achtfinalspiel habe ich mir in München angeschaut – und Bauklötze gestaunt ob der überragenden Leistung gegen England. 4:1 – wer hätte das gedacht!

Das Viertelfinale musste ich mir dann allerdings in England anschauen. Genauer: In einem typischen Arbeiterpub in Birmingham, West Midlands. Die Stimmung war etwas angespannt. Viele Engländer haben sich mit ihrem Pint fest im Griff vor dem Bildschirm versammelt. Ein paar markige Sprüche, das gehört dazu. Dann: Deutschlands Torhagel gegen Argentinien. Erstes Tor, zweites Tor, drittes Tor … viertes Tor. Argentinien war komplett chancenlos. Damit hätte, allem Optimismus zum Trotze, keiner gerechnet. Und womit ich nicht gerechnet hätte: Nach dem Spiel haben sich die Engländer plötzlich gefreut über den überragenden Sieg der Deutschen! Und hier wurde mir drei Dinge klar.

  1. Lieber verlieren, weil der andere so gut war – und nicht, weil man selbst so schlecht war
    Hätte Deutschland gegen Argentinien schwach gespielt, wäre die Blamage der Engländer größer gewesen. Lieber gegen einen Gegner verlieren, weil der richtig stark ist, als gegen einen schwachen Gegner verlieren und dann einfach nur selbst schlecht zu sein. Ein kleiner Perspektivenwechsel, der die eigene Niederlage deutlich erträglicher macht.
  2. Der Unterschied zwischen aufrichtiger Freude – und Schadenfreude
    Die Pubbesucher haben sich also gefreut. Aber statt “Deutschland – gut gemacht!” kamen Kommentare wie “Argentina, you’re laughing no more now!”. Sprich, man kann sich auch über die Niederlage eines Teams freuen statt über den Sieg des gegnerischen Teams, selbst – oder gerade ! – dann, wenn man eigentlich keinen Bezug zu beiden Teams hat.
  3. Wie laut du jubelst hängt davon ab, wo du jubelst
    Ich geb’s zu: So sehr ich mich auch über die vielen, tollen Tore gefreut habe – so sehr habe ich mir das Jubeln verkniffen. Dies wäre im Pub wahrscheinlich auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Wo ich jetzt die Parallelen zum “richtigen” Leben sehe? Kurz und bündig:

  1. Wenn du verlierst, muss das nicht automatisch heißen, dass du schlecht warst. Vielleicht war dein Gegner (oder die Aufgabe, oder das Projekt) einfach viel stärker, mächtiger, schwerer. Kurz Pause machen, Luft holen, ehrlich mit sich selbst in Gericht gehen – Fehler verdauen – und dann: Mit voller Power weiter!
  2. Wenn du dich freust – freu dich aus den richtigen Gründen! Sich für etwas freuen ist fast immer gesünder als Schadenfreude.
  3. Sei am richtigen Platz zur richtigen Zeit, wenn du jubeln willst :-) .

… und in diesem Sinne werde ich Birmingham rechtzeitig am Mittwoch verlassen, um mich am Abend dann – hoffentlich – über den Einzug ins Finale zu freuen.

Ich bin wahrlich kein großer Fußballfan. Aber der Magie einer Weltmeisterschaft kann selbst ich mich nicht entziehen. Das Achtfinalspiel habe ich mir in München angeschaut – und Bauklötze gestaunt ob der überragenden Leistung gegen England. 4:1 – wer hätte das gedacht! Das Viertelfinale musste ich mir dann allerdings in England anschauen. Genauer: In einem typischen [...]