Was ist der größte Fehler, den man als angehender Hypnotiseur begehen kann? Den Stil seines Lehrmeisters oder Vorbilds gnadenlos zu emulieren. Klar, am Anfang schafft es vermeintlich Sicherheit: Man kopiert die Worte, die Grammatik, die Tonalität (und teilweise sogar die Körperhaltung) seines Vorbilds und verspricht sich davon die selben, guten Ergebnisse. Klappt das? Nur bedingt – wenn überhaupt.

Eine spitzenmäßige Ressource, über die wirklich jeder Hypnotiseur verfügt, ist seine eigene, unnachahmliche Authentizität.

Jeder Mensch ist ein Original. Statt seine eigene Art und sein eigenes Wesen zu überspielen gilt es, diese zu kultivieren. Der bekannte Hypnotiseur Milton H. Erickson war deshalb der große Erickson, weil er den Mut hatte, er selbst zu sein – mit all seinen Schwächen. Und selbst Richard Bandler, der Erickson intensivst modelliert hat, ist ein absolutes Unikat. Klar, er leiht sich verschiedene Ressourcen von anderen Profis aus. Diese integriert er jedoch dermaßen gekonnt, dass sie zu einem Teil seiner selbst werden – statt seine Persönlichkeit zu überdecken oder gar zu verdrängen.

Die ersten Lernschritte macht man häufig darüber, das Verhalten eines Lehrers 1:1 zu kopieren. Und für den Anfang ist es auch OK. Vielleicht reicht es auch später mal für Mittelmaß.

Wer jedoch wirklich sehr gut mit dem werden will, was er tut, sollte sich niemals damit zufrieden geben, eine bloße Kopie einer anderen Person zu werden. Kopieren, emulieren, modellieren – als das ist erlaubt. Wahre Meisterschaft erzielt letzten Endes allerdings nur derjenige, der auch den Mut hat, eigene Wege zu gehen.

Hypnose ist weniger Wissenschaft denn Kunst. Der künstlerische Aspekt zeigt sich in der Art und Weise, wie ich meine Arbeitswerkzeuge zur Geltung kommen lasse: Tonlage, Lautstärke, Pausen, Intonation und vieles mehr entscheiden zwischen Mittelmaß und Königsklasse.

Aus diesem Grund diktieren wir unseren Kursteilnehmern in den Hypno-Ausbildungen auch keinen bestimmten Stil, sondern laden sie dazu ein, ihr “eigenes Ding” zu entdecken. Dazu bekommen sie ausreichend Wahlmöglichkeiten an die Hand, um wirklich aus dem Vollen schöpfen zu können: Direktiv-autoritär, permissiv-indirekt, ganz klassisch nach Erickson, oder doch lieber metaphorisch? Wer viel ausprobiert hat auch viel, was er später in seine Sitzungen einbauen kann.

Was ist der größte Fehler, den man als angehender Hypnotiseur begehen kann? Den Stil seines Lehrmeisters oder Vorbilds gnadenlos zu emulieren. Klar, am Anfang schafft es vermeintlich Sicherheit: Man kopiert die Worte, die Grammatik, die Tonalität (und teilweise sogar die Körperhaltung) seines Vorbilds und verspricht sich davon die selben, guten Ergebnisse. Klappt das? Nur bedingt [...]